30. April - Tag der Erneuerbaren Energien - Wir waren dabei!

ENERGIEWENDE UND NATURSCHUTZ - Naturkundliche Führung zur Kompensationsmaßnahme „Schweinehudewald“ bei Greven

Auf einer naturkundlichen Führung konnten die Teilnehmer das einzigartiges Gebiet mit alten Eichen, Wäldern und Wiesen, das Teil einer Kompensationsmaßnahme eines Windparks ist, kennenlernen und einiges zur Landschaftspflege mit Galloways erfahren.
Anschließend hatte unser Projektpartner, die All Pütter gGmbH aus Greven, für einen kleinen Imbiss gesorgt.

Als „Schweinehudewald Greven“ wird ein Landschaftskomplex benannt, der in seinem Kern den als GLB (Geschützter Landschafts-bestandteil) geschützten Biotopkomplex Eichenkoppel am Läusehorst bei Greven beinhaltet. Er stellt sich als vielgestaltiger Biotopkomplex aus Offenland und Gehölz- bzw. Waldflächen dar, der durch historische Nutzungsformen seine einzigartige Prägung erhalten hat. Große Teile des Gebietes befinden sich im Eigentum der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V.

Wie fast ganz Mitteleuropa war auch das Gebiet um Greven zu Beginn der menschlichen Siedlungstätigkeit zu großen Teilen von Wald bedeckt. Gutsbeschreibungen aus dem Jahre 1586 zeigen bereits eine Hudewaldnutzung der heutigen Läusekoppel und der angrenzenden Wälder. Durch Berichte aus Pfarrgemeinden von 1703/1704 lässt sich feststellen, dass in dem Lanckener Teil des Hudewaldes 175 Schweine gemästet wurden, 130 Jahre später nur noch 12 bzw. 30 Stück.

Im Jahre 1730 trat ein Nutzungswechsel des Gebietes ein, in dem der damalige Gutsherr dem Glasmacher Johann Detlef Müller erlaubte dieses Gebiet zu roden und dort für 12 Jahre eine Glashütte zu betreiben. Im Zuge der Glasherstellung wird viel Holz benötigt, so dass die Fläche relativ schnell waldfrei gewesen sein muss. Vermutlich hatte der Glaser jedoch die Auflage, einige größere Eichen für die damals übliche Schweinemast stehen zu lassen. Dies sind die bis zu 500 Jahre alten Exemplare, die auch heute noch zu finden sind. Diese ältesten Eichen werden ergänzt durch Eichen und Buchen, die in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten zur Begrenzung von Koppeln auf Wällen und Kuppen angelegt wurden. Daraus ergibt sich das heute prägende Bild des Gebietes.

Am Rand der großen Wiesenflächen wachsen zwischen 250 und 300 Jahre alte Eichen und auch die größeren Eichengruppen am Läusehorst sind in dieser Zeit gepflanzt worden. Auf den eingekoppelten Flächen wurde entweder Viehhaltung oder Ackerbau betrieben; vermutlich wurde schon damals mit der Beweidung der offenen Flächen begonnen. Noch heute sind an den Grevener Eichen vernarbte Fraßstellen im Stammbereich erkennbar. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde diese Beweidung fortgesetzt. So gab es 1908 noch 190 Schweine und 350 Schafe in Greven, von denen sicher viele zur Mast in die Wälder getrieben wurden.

Unter dem Motto „Keine Angst vor großen Tieren“ hat die All Pütter gGmbH aus Greven in den vergangenen Jahren eine Gallowayherde, die aktuell aus 21 Tieren besteht und das Gebiet beweidet, aufgebaut. Die Tiere werden von den Jugendlichen der Produktionsschule Greven versorgt und betreut.

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